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Pressemitteilung 26. Januar 2004

Pressemitteilung

Bewegung als Grundlage der kindlichen Entwicklung

Vergabe des Zertifikates „Anerkannter Bewegungskindergarten des LandesSportBundes NRW“ an die „Kleinen Strolche“ des Studentenwerks

(Düsseldorf, den 26.01.2004) Am 30. Januar 2004, ab 15:00 Uhr, verleiht der LandesSportBund Nordrhein-Westfalen der Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ des Studentenwerks Düsseldorf das Zertifikat „Anerkannter Bewegungskindergarten des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen“. Das Zertifikat und die Urkunde werden von Herrn Hans Albrecht, Vorstandsmitglied der Sportjugend NRW, an den Geschäftsführer des Studentenwerks, Herrn Dipl.-Kfm. Manfred Losen, übergeben. Die Zertifizierung der Düsseldorfer „Kleinen Strolche“ ist die zweite Auszeichnung, die der LandesSportBund bislang einer externen Tageseinrichtung für Kinder (TFK) in Düsseldorf zugesprochen hat.

Ursprünglich vergab der LandesSportBund das Zertifikat nur an TFK in der Trägerschaft von Sportorganisationen. Seit Juli 2001 hat der SportBund seine Initiative auf Kindertageseinrichtungen außerhalb der Trägerschaft von Sportorganisationen erweitert. Zusätzlich zu der Erfüllung der bestehenden Kriterien (siehe Anlage) müssen Kindertageseinrichtungen anderer Träger eine Kooperationsvereinbarung mit einem ortsansässigen Sportverein treffen, dem für die Leitung von Bewegungsangeboten Übungsleiter/innen mit der Sonderausbildung „Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter“ zur Verfügung stehen. Der Sportverein erhält dadurch die Anerkennung als „Kinderfreundlicher Sportverein“. Kooperationspartner der Kindertagesstätte „Kleine Strolche“ ist der SFD '75 Verein für Sport und Freizeit von 1975 Düsseldorf-Süd e.V..

Die Zusammenarbeit erweitert die Leistungen beider Einrichtungen. Die Kindertagesstätte erfüllt ihren gesetzlichen Erziehungs- und Bildungsauftrag nach der neuen Bildungsvereinbarung durch vielfältige Bewegungsangebote und ergänzt dadurch ihr pädagogisches Profil. Sechs Erzieherinnen haben zusätzlich zu ihrer regulären Ausbildung die Sonderausbildung „Bewegungserziehung im Kleinkind- und Vorschulalter“ absolviert. Des Weiteren hat eine Erzieherin die Qualifikation zur „Staatlich geprüften Motopädin“ erlangt. Dem Sportverein bietet die Kooperation eine gute Möglichkeit, neue Mitglieder für den Verein zu gewinnen. Durch gemeinsames Handeln können die Ressourcen (insbesondere Räume und Gerät) intensiver genutzt und so die Breite sportlicher Aktivitäten vergrößert werden. Es werden ergänzende Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote geschaffen und die Kinder erhalten einen Ausgleich für den Verlust an natürlichen Bewegungs- und sozialen Entfaltungsmöglichkeiten. So stehen den „Kleinen Strolchen“ außer den eigenen Bewegungsmöglichkeiten - 600 qm große Kindertagesstätte mit Werkraum, zwei Sinnesräumen, Turnhalle und ein 2600 qm großes Außengelände mit zwei Klettergerüsten und einer Wassermatschbahn – nun auch die Einrichtungen des Sportvereins SFD `75 (z.B. große Turnhalle, Großturngeräte) für Bewegungsübungen zur Verfügung.

Schon vor der Kooperation gehörten angeleitete und offene Bewegungsangebote sowohl drinnen wie auch draußen (Bewegung nach Musik mit verschiedenen Materialien, Schaukeln, Rollen, Balancieren, Klettern etc.) genauso zum täglichen Tagesablauf der Kleinen wie fest eingeplante Ruhephasen.

Bewegung, Spiel und Sport helfen, die Kinder zu einer dauerhaft sportbezogenen, gesundheitsbewussten Lebensweise zu erziehen und tragen zur Bildung gefestigter Persönlichkeitsstrukturen bei. Bewegungserziehung bzw. -übungen fördern die ganzheitliche Entwicklung der (Klein-)Kinder.

Anlässlich der Zertifizierung haben Kinder und Eltern am 30.01.2004 die Möglichkeit, bei folgenden Bewegungsaktivitäten mitzumachen: Drunter und drüber, Schaukeln und Rollen, Balancieren, Bewegung nach Musik mit verschiedenen Materialien. Außerdem kann der Sport-Action-Bus für verschiedene Aktionen genutzt werden.

Angesichts einer umfassenden Mediatisierung (Computer, Internet, Fernsehen usw.) in breiten Bevölkerungsschichten und der damit verbundenen Bewegungsarmut wird Bewegungserziehung immer wichtiger. „Die motorischen Leistungen der Kinder haben sich in den vergangenen Jahren verschlechtert, zum Teil sogar drastisch“, so die Sportwissenschaftlerin und Autorin Prof. Dr. Renate Zimmer. Mit dem Konzept „Bewegungskindergarten“ soll der modernen Bewegungsarmut und Bewegungslosigkeit verstärkt entgegengewirkt werden.

Bewegung und Spiel sind grundsätzliche Formen der kindlichen Aktivität. Die Tätigkeiten Sichbewegen, Wahrnehmen, Fühlen, Handeln und Denken beeinflussen sich wechselseitig und bauen aufeinander auf. Dieses Zusammenspiel ist bei Kindern besonders ausgeprägt, weil sie mit ihrem ganzen Körper wahrnehmen. Die Entwicklung des Selbst beim Kind ist wesentlich durch die Körpererfahrungen geprägt, die es in den ersten Lebensjahren macht. Bewegungserfahrung und -erziehung sind somit Grundlagen für die kindliche Identitätsentwicklung und das spätere Lernen.

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