(Düsseldorf, den 09.02.2005) Am 18.01.05 fand in der Mensa Obergath 73 der Neujahrsempfang des Kanzlers der Hochschule Niederrhein statt. Herr Kurt Kühr hatte die Bediensteten der HS zu einen gemütlichen Abend eingeladen.
Aus diesem Anlass hatte er den aus dem Fernsehen bekannten Koch Horst Lichter eingeladen. Horst Lichter unterhielt die Anwesenden mit seiner humorvollen Art in einem eineinhalb stündigem Programm. Während dieser Zeit bereitete das Mensateam in der Küche das Essen für die rund 100 Gäste vor. Es gab Tomatensuppe mit Sherry und scharfe Mini - Wirsingroulade mit Risolee – Kartoffeln. Rezepte entnommen aus Lichter’s Kleinigkeiten.
„Von Horst Lichter weiss ich zwei Dinge: er kann kochen, und er gibt spritzige Kommentare dazu“. Grund genug für den Kanzler der Hochschule, Kurt Kühr, den bekannten Fernsehkoch, Restaurantchef („Oldiethek) und Kabarettisten zu seinem Neujahrsempfang am gestrigen Abend einzuladen. Bevor der Meister der deftigen Hausmannskost jedoch zu Kelle und Löffel griff, richtete der Verwaltungschef in der Mensa an der Obergath einige Worte an die zahlreich erschienenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Den Dank für die im letzten Jahr geleistete Arbeit verband Kühr mit einem Blick auf die neuen Herausforderungen im Zuge des Globalhaushalts. Es gelte, Prioritäten zu setzen und das Geld da hinzugeben, wo es gebraucht werde. Die Verwaltung habe auf die neuen Herausforderungen durch eine Umstrukturierung mit Augenmaß reagiert. Organisatorische Abläufe und Leistungsstandards sollten trotz finanzieller Einschnitte erhalten und möglichst noch verbessert werden. Ein Beispiel sei das nahezu „geräuschlos“ umgesetzte Studienkontenmodell. Zu den neuen wichtigen Aufgaben gehörten die Umsetzung des neuen Hochschulgesetzes, der W-Besoldung sowie die Abwicklung der Bautätigkeiten. „Angesichts der Flutkatastrophe in Asien sollten wir bei unserer Arbeit aber nicht den Maßstab aus den Augen verlieren“, meinte Kurt Kühr und bat um eine Spende für die vom AStA unterstützte „Aktion Medeor“ in St. Tönis.
Bevor jedoch die Sammelbüchsen herumgingen, schlug die Stunde des Kochs. Mit einigen anerkennenden Worten für die Verwaltungsarbeit zog Horst Lichter die Gäste sofort auf seine Seite. Dazu bedurfte es jedoch keiner großen Komplimente, denn der Mann mit dem Dali-Schnurrbart erwies sich gleichermaßen als Meister der spitzen wie empfindsamen Zunge. Während er nacheinander die Zutaten für eine Soße, die später über Wirsingrouladen gegossen serviert wurde, in einen gusseisernen Topf füllte, gab er mit rheinischem Humor Lebensweisheiten zum Besten. Manchmal deftig wie ein Eintopf, aber immer menschlich-warmherzig. Auch kleine Seitenhiebe in Richtung eines ebenfalls aus Köln stammenden, fernsehbekannten Koch-Kollegen durften nicht fehlen.
Derweil bereitete in der Mensa-Küche deren Chef Heribert Nauen mit seiner Crew eine Tomatensuppe nach Lichter-Rezept zu. Als diese dann serviert wurde, gab der Meister mit einem Schuss Sherry das „Tüpfelchen auf dem i“ dazu.
Der Vergleich mit einem „Sahne-häubchen“ verbietet sich, steckte doch davon bereits eine ganze Menge in der von ihm selbst zusammen gerührten Soße (für vier Personen nehme man drei Viertel Liter). Die weiteren Zutaten (portioniert werden sollte nach eigenem Geschmack): Öl, Speck, Butter (eine Messerspitze), Poree, Zucchini, Paprika, Gurke, Annanas, Bier (es muss nicht Lichter-Pils sein), Tomatenmark, süßer Senf, Austernpilze. Das Ganze schmecke man mit Salz, Pfeffer und Thymian ab. Guten Appetit!
Den Gästen mundete der Abend, den Haushaltsdezernent Dieter Mayer organisiert hatte, vorzüglich.
Scharfe Mini - Kohlroulade
(Zutaten für 6 Personen)
1 Weißkohl oder Wirsing
500 g Hackfleisch (halb u. halb)
3 Eier
ca 150 gr Paniermehl
1 Zwiebel
4 Peperoni
1/2 Bund Schnittlauch
Brühe, Wabensenf, Salz, Cayennepfeffer
Ich zupfe die großen Außenblätter vom Weißkohl oder Wirsing ab, wasche sie und blanchiere sie kurz ab. Das Gehackte vermenge ich mit den Eiern, dem Paniermehl und den fein gehackten Zwiebel. Die Peperoni wird aufgeschnitten und ebenfalls zu dem Gehackten gegeben. Ich würze mit Schnittlauch, Salz, Cayennepfeffer und Wabensenf. Dann gebe ich jeweils ca. 50 Gramm der Masse in große Kohlblätter und falte sie zu. Diese lege ich in einen gefetteten Bräter und lasse sie im Backofen bei ca. 250 Grad 15 Minuten garen.
Tipp: Ein Butterflöckchen auf dem Kohlblatt lässt es nicht austrocknen.
(Zutaten für 4 Personen)
1 kg Strauchtomaten
100 g Speck (ger. durchwachsen)
3/4 l Sahne
frischer Oregano
1 Pr. Zucker, Knoblauch, Öl, Salz Pfeffer
1 Glas Sherry oder mehr
Diese Tomatensuppe ist eine meiner Spezialitäten. Einige meiner Stammgäste behaupten, ich gäbe die Tomaten zu dem Sherry und nicht umgekehrt.
Mein Tipp: Einfach den Sherry nach Geschmack dosieren! Da sollte man es nicht so genau nehmen.
Als erstes schneide ich die Tomaten unten ( also gegenüber vom Stengel) mit einem kleinen Kreuzschnitt ein wenig ein (dann löst sich die Haut später besser), lege sie kurz in kochendes Wasser, schrecke sie dann unter kaltem Wasser ab und ziehe ihnen die Haut ab. Der Gewürfelte Speck wird in einem Topf in wenig Oel kurz angeraten. Dann gebe ich die Tomaten und die Sahne dazu und würze mit Oregano, Salz Pfeffer, Zucker und Knoblauch - alles nach persönlichem Geschmack. Das Ganze sollte unter ständigem Rühren ca. 30 Minuten köcheln.